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Breinermoor Die alte Ortschaft Breinermoor
Angelsee Ortsverein Breinermoor
Ortsverein-Breinermoor E.V.
Wenn an Breinermoor gedacht wird, hat man im Landkreis Leer oft nur die an der B70 gelegene mittlerweile geschlossenen Mülldeponie,
die jetzt nur noch als Umschlagplatz u. Kompostierung dient, im Kopf. Dabei steht das Gro der eigentliche Deponie geografisch gesehen
innerhalb der Grenzen der Nachbarortschaft Folmhusen. Nur ein sehr kleiner Teil der Deponie, die Zufahrt und die Verwaltungsgebäude
sind auf Breinermoorer Grund u. Boden.
Der aus den Grünabfällen kompostierte Humus mit Gütesiegel wird hingegen als "Leeraner"
und nicht als "Breinermoorer Komposterde" verkauft.........
Doch das 370-Seelen-Dorf hat viel mehr zu bieten.
Es ist ein wirklich idyllischer Ort mit viel Zusammenhalt -nicht allein durch den Ortsverein- in der Bevölkerung.
Das eigentlichen Markenzeichen des Ortes am nordöstlichen Zipfel der Gemeinde Westoverledingen sind die "Breinermöerkes".
Diese waren zu früheren Zeiten weit über die Grenzen Ostfrieslands hinaus bekannt und galten als preisgekrönte Qualitätsschlittschuhe.
Sie wurden von 1830 bis zum Jahre 1972 aus Holz, Leder und Eisen von den örtlichen Schmieden und Schustern gefertigt.
Ewald Watzema, ein Breinermoorer "Urgestein", war einst Vorsitzender des Ortsvereins.
Er berichtet: "Die Hammriche wurden damals noch überschwemmt.
Und so konnte man im Winter mit den Schlittschuhen von Papenburg bis nach Stickhausen laufen.
Die Gastwirtschaft Krämer ("Upstalsboom"), später hieß sie Schmidt, wurde zum Treffpunkt der Eisläufer."
Der erste Schlittschuhfabrikant u. Schmied von Breinermoor war Koert Harm Schmidt.
In die Hölzer wurde mit einem Kautschukstempel das Zeichen ,KHS' gedrückt; und das bürgte in ganz Ostfriesland für Qualität.
Gegenüber der Gastwirtschaft wurde später von Reinhard D. Krämer 1896/97 ein neues Haus mit einer Schmiede erstellt, wo er weiterhin
im Winter mit seinen Gesellen u. Lehrjungen herstellt.
Später wurde statt "KHS" allerdings der Gütestempel "Breinermoor" in der Laufschiene
geschlagen.
Der Sohn von Reinhard D. Krämer, Bernhard Krämer, war dabei der letzte Schmiedemeister,
der dieses Schlittschuhe noch bis kurz vor seinem Tod in der alten Schmiedewerkstatt herstellte.
Das von ihm handgeschmiedete große Tor vor dem Breinermoorer Friedhof zeugt noch heute von seiner Schmiedekunst.
Einige Dorfbewohner können sich auch heute noch damit rühmen, im Besitz dieser besonderen "Schöfels" zu sein,
die mit Lederriemen zum Festschnüren ausgestattet sind.
Die Existenz von Breinermoor mit seinen zehn Ortsteilen, darunter Moorhusen, der Wilderfang, Idehöm und die Prinzenburg,
wird vom Geschichtsforscher Wilhelm Körte ("Backemoor und Breinermoor", Manuskript, 1956) schon auf das Jahr 1362 datiert.
Und sogar aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges gibt es einen Grabstein, der das Todesjahr 1644 angibt.
Es soll sich bei dem Toten um einen hessischen Offizier gehandelt haben,
der sich mit Exekutionstruppen in dem Dorf einquartiert hatte.
Eine Besonderheit des Dorfes seien der starke Zusammenhalt und die Eigeninitiative der Bewohner, hebt Johann Möhlmann hervor.
Er ist nicht nur Ortsvorsteher, sondern auch amtierender Vorsitzender des Ortsvereins, der 1978 gegründet wurde,
um sich unter anderem des verschmutzten Badeteiches nahe des Friedhofes anzunehmen.
Möhlmann: "Im den letzten Jahr hat unser Ortsverein den Teich zusammen mit der Feuerwehr und einer Jemgumer Firma entschlickt.
Als kleiner Junge konnte ich noch in dem Teich schwimmen, und jetzt können unsere Kinder das auch wieder.
Sie können vor ihrer Haustür baden oder Schlittschuh laufen."
Ortsvorsteher Johann Möhlmann (mit “Breinermöerkes”)
und
Ewald Watzema vor dem erneuerten Dorfteich in Breinermoor.
Die Pflege des Geländes, auf dem auch Bänke installiert wurden, übernehmen Vereinsmitglieder.
Sie haben zudem einen Dorftreff errichtet
und eine Wetterschutzhütte für Radfahrer an dem herrlichen See gebaut.
Hier findet ein Ausschank zum alljählichen traditionellen Osterfeuer oder beim Eislaufen unter Flutlicht, statt.
Sportlich engagiert sich der Verein mit über 300 Mitgliedern ebenfalls.
Donnerstags treffen sich seine Hobbyfußballer zum Training auf dem Sportplatz neben ihrem Clubheim und der Feuerwehr
Zweimal im Jahr findet ein Mittemachtstumier mit befreundeten Mannschaften statt..
In der Wintersaison (Ende Sept. bis Anfang Mai) trifft sich seit inigen Jahren zudem eine Hobby-Bosselmannschaft um dem alten
Friesenspiel zu frönen.Abschluss findet dieser Sport dann mit der jährlichen Vereinsmeisterschaft im Mai.
Breinermoor ist eigentlich ein beschaulicher Ort, um dort einen geruhsamen Urlaub zu verbringen.
Im Gegensatz zu anderen Dörfern in der Umgebung hat Breinermoor mitlerweile leider keine Kneipe mehr,kein Hotel,
keinen Campingplatz und nicht eine einzige Ferienwohnung. Da ist für Touristen zum Übernachten kein Platz.
So bleiben sie denn in ihrer behüteten Dorfgemeinschaft weitgehend unter sich.
Gerne wurden (meist sind es als Kind in Breinermoor aufgewachsene ehemalige Breinermoorer, die sich weiterhin dem Orte
zugewandt sehen) u. werden aber auch am OV interessiert auch von Außerhalb aufgenommen.
Geographische Lage:
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Eine neue Gruppe hat sich gebildet. MFOVB näheres hier
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